Unt.Geschichte

Pfarrgemeinde „Mariä Himmelfahrt“ Unterriffingen
Chronik

Zur Pfarrgemeine „Mariä Himmelfahrt“ Unterriffingen gehören die Ortschaften Dorfen, Hohenberg, Hohenlohe, Oberriffingen und Unterriffingen.

1332
Das Patronat, württembergisches Lehen, verkaufte Ulrich von Bopfingen an Graf Ludwig von Oettingen, der es dem Kloster Neresheim schenkte. Somit wird die Pfarrkirche erstmals urkundlich 1332 erwähnt, als das benachbarte Benediktiner-Kloster in Neresheim diese übernahm. 1764 jedoch musste Abt Benedikt Maria Angehrn durch einen Vergleich mit den Grafen von Oettingen, das Patronatsrecht und alle Besitzungen wieder abgeben.

Das 1654 von Abt Meinrad aus Neresheim erbaute Pfarrhaus liegt in der Nähe der Kirche.

Der damalige einschiffige Kirchenbau wurde während der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Die erste wesentliche und nennenswerte Umbaumaßnahme begann 1693/94 als der Turm an der Westseite erneuert und ein achteckiger Aufbau mit Zwiebelspitzdach, Pilastern und Doppelfenstern gebaut wurde.

1740-1764
Zwischen den Jahren 1740 und 1764 entstand eine fast völlig neue Kirche: Der Chor wurde neu errichtet, Umbau des Orgelchores, das Langhaus wurde um über 3 m erhöht und schließlich kamen zwei seitliche Anbauten dazu, die der Kirche ihre heutige kreuzförmige Anlage geben. Die Decken erhielten Stuck und Fresken mit stark profilierten Rahmen. Das Fresko im Hauptschiff erhielt das Thema des Patronates, die Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel. Die Chordecke, die Verherrlichung der Dreifaltigkeit. Gemalte (heute übertünchte) Seitenaltäre mit dem Hl. Sebastian und der Hl. Katharina, ein Hochaltarbild mit der Himmelfahrt Mariens, seitlich davon die Apostel Petrus und Paulus. Auch ein Kreuzweg mit 15 Tafelbilder wurde von Franz Josef Maucher gemalt (heute nicht mehr vorhanden). Die Kanzel, die Pieta, der Geiselheiland und sämtliche Statuen sollen aus dieser Zeit stammen.

1874- Erweiterung der Kirchturmuhr

1878-1879
Ein neuer Hochaltar, von Altarbauer Winter zu Biberach, wird gefertigt. Auf Kosten v. Pfr. Odenwaldter (1.715,- M). Der wunderschöne Altar weckte sofort das Bedürfnis nach Nebenaltären. Anfang 1879 werden diese für 1.400,- Mark (1/3 die Gemeinde, 2/3 der Kosten der Pfarrer) angeschafft. Die drei Altäre sind eine Zierde der Pfarrkirche.

1884
Auf das Fest Mariä unbefl. Empfängnis, wurde eine Lourdes-Statue feierlich aufgestellt.

1929-1930
Bei den Renovierungsarbeiten 1929 wurden die Freskobilder des Chores und des Hauptschiffes freigelegt, die 1870 mit weißer Kalkfarbe übermalt wurden. Ebenso kamen zu beiden Seiten des Hochaltares Freskobilder zum Vorschein. Zusätzliche Stuckkaturen wurden angebracht wie Verzierungen über den Fenstern oder die Muscheln über den Seitenaltären. Da die alten Altäre nicht mehr dazu passten, wurden neue spätbarocke (Rokoko) Seitenaltäre sowie der Hochaltar und der Beichtstuhl angeschafft. Der Hochaltar mit integriertem Tabernakel, stellt die Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes unterm Kreuz, in den Mittelpunkt. Die Spende von Pfr. Schnitzler umfasste die Kosten der Altäre. Die feierliche Altarkonsekration wurde am 20. Mai 1930 durch Bischof Joannes Baptista Sproll vorgenommen.

1964-1969
Eine weitere große Umgestaltung fand zum Ende des II. vatikanischen Konzils zwischen 1964-1969 statt. Durch eine große Spendenbeteiligung konnte ein marmorner Volksaltar auf einer 3 stufigen Altarinsel geschaffen werden. Die Kommunionbank wurde beseitigt und die Bänke und Boden erneuert. Barockfarben wurden weiß bzw. braun/gold übermalt, sämtliche Ölbilder sowie die Lourdesgrotte entfernt. Der Haupteingang wurde von der Südseite auf die Westseite des Turms versetzt. Die Figuren der Altäre, ursprünglich in der Kunstform „Naiver Bauernmalerei“ wurden übemalt und teilvergoldet. Zwei Fresken je zur Seite des Hochaltares, auf denen die Apostel Petrus und Paulus zu sehen waren, wurden wieder übermalt. Der an der Südseite des Turms angebrachte Ölberg wurde durch den Ortspfarrer Tannhäuser gestaltet.

1981-1982
Erst bei der Innenrenovation 1981 wurde die Harmonisierung aller Details hergestellt. Die übermalten Stuckornamente wurden wieder freigelegt, die Tragsäulen der Empore wurden neu gefasst und zusammen mit dem Geländer der Empore marmoriert. Hierbei wurde das Bild der Hl. Cäcilia (Patronin der Kirchenmusik) freigelegt, sowie die Weigle-Orgel aus dem Jahre 1900 farblich angepasst. Außerdem musste der Holzfußboden erneuert und das Fundament der Kirche trockengelegt werden.

2009
Der Chorraum mit den Seitenschiffen, wie sie sich heute darstellen, wurde erst bei der letzten Innenrenovation 2009 gefertigt. Der Volksaltar aus den 1960er Jahren wurde in den Hochaltar integriert und somit der Bevölkerung erhalten. Die Altarinsel wurde von drei auf eine Stufe abgesenkt. Der neue Zelebrationsaltar, bestehend aus einem kreuzformigen Sockel sowie der neue Ambo wurden aus Palisandro-Marmor gehauen und in den Boden eingelassen. Die Pieta und der Geiselheiland erhielten einen Sockel des gleichen Marmors, eine rückwändige Umrahmung und können durch die Beleuchtung besonders in Szene gesetzt werden. Auch die Sedilien wurden  in das Gesamtkunstwerk mit einbezogen – Gestaltet und geschaffen wurde dies durch den Bildhauer und Künstler Rudolf Kurz aus Ellwangen. Das linke Seitenschiff wurde umfunktioniert. Um dem ältesten Objekt der Kirche, den Taufstein aus dem Jahre 1609, einen würdigen und funktionelleren Platz einzuräumen, wurde hier eine „Taufkapelle“ eingerichtet. 

2016
Anschaffung eines Eichenglockenstuhls und einer neuen Glocke, die das derzeitige Geläute ergänzen soll.

Die „JESUS CHRISTUS“ Glocke zieren die Halbverse aus der Bergpredigt: „Selig, die Frieden stiften“ und „Selig, die Barmherzigen“. Auf der Vorderseite ein Kreuz und auf der Rückseite  A und Ω. Am Pfingstsonntag, den 15. Mai 2016 findet die Glockenweihe statt. Bemerkenswert, wieder in einem Hl. Jahr, dem Jahr der Barmherzigkeit.


 Die Geschichte der Glocken

 1424
In der Oberamtsbeschreibung von 1872 werden zwei Glocken, eine aus dem Jahre 1424 und eine andere aus dem Jahre 1789  beschrieben.

Glocke
Bild: Kruzifix mit den vier Evangelisten an den vier Enden. Jeweils zur Seite Maria und Johannes
Inschrift in gothischen Minuskeln: AD 1424  per manus magistri johannis de lauingen.
Gewicht: ca. 350 kg

1672 /1789
von 1672 mit einem Gewicht von 109 kg wurde im Jahre 1789 umgegossen und wog danach ca. 118 kg. Sie wurde am 27. Juli 1789 vom Reichsprälaten Michael Dobler im Kloster Neresheim zu Ehren der hl. Florian und Michael geweiht.
Inschrift: gegossen von Nicolaus und Johann Regenault in Dinkelsbühl 1789

1873
Der Pfarrchronik aus dem Jahr 1873 ist zu entnehmen:

Der Turm beherbergte bis 1873 je eine Glocke aus den Jahren 1424 (Große) und 1672 (Kleinere). Unter Rückgabe dieser beiden Glocken wurden 1872 drei neue Glocken (a-Dur-Oktav) von der Glockengießerei Zoller aus Biberach gefertigt. Im Februar 1873 wurden die große Glocke der „unbefl. empf. Jungfr. Maria“ die zweite dem „Hl. Josef“ und die dritte dem „Hl. Martin“ geweiht. Im Mai desselben Jahres wurde zur Verständigung der Oktav noch eine vierte Glocke geliefert, die dem „Hl. Wendelin“ geweiht wurde.

1872 von der Glockengießerei Konrad Zoller zu Biberach gegossen:

  1. Glocke
    Anschlagton: gis
    Durchmesser 97 cm
  1. Glocke
    Anschlagton: b
    Durchmesser 86 cm
  1. Glocke
    Durchmesser 68 cm

1932
Während des ersten Weltkrieges mussten 3 Glocken abgegeben werden. Geblieben ist lediglich die kleinste.

Zu dieser verbliebenen Glocke wurde später ein Stahlglöcklein angeschafft – das war ein armseliges Geläute. Auf Anraten sollten 2 größere Glocken statt 3 kleinere angeschafft werden. Auch ein Stahlglockenstuhl für 431,25 Mark wurde angeschafft. Die Gesamtkosten wurden zu 1/3 von der Kirchenpflege und 2/3 durch freiwillige Gaben aufgebracht.
Am 19. Juni 1932 fand unter zahlreicher Beteiligung auswärtiger Geistlichkeit (9) die feierliche Weihe zweier neuer Glocken statt. Die Weihe wurde durch Abt Bernhard Durst aus Neresheim vorgenommen.

  1. Glocke
    Anschlagton: gis
    Gewicht: 588 kg
    Bild: Christ König
    Inschrift: Christo regi …. et gloria
    Bild: Maria immaculata
    Inschrift: Salve Regina
  1. Glocke
    Gewicht: 389 kg
    Bild: Hl. Joseph
    Inschrift: S. Joseph ora pro nobis
    Bild: Hl. Antonius 1231-1931
    Inschrift: S. Antoni ora pro nobis

Das Gesamtgeläute sei ein recht schön harmonisches.

Zum Ende des zweiten Weltkrieges mussten fast alle Glocken abgegeben werden, lediglich das kleinste Glöcklein durfte weiter seinen Dienst tun.

1950
Im Jubiläumsjahr (Hl. Jahr) 1950 zum Patrozinium, konnten wieder 3 neue Glocken durch Abtpräses Dr. Bernard Durst aus Neresheim geweiht werden. Die Große,  „Maria mit dem Kinde“, die zweite dem „Hl. Joseph“ und die kleine dem „Jubiläumsjahr“.

Von der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher /Westf. gegossen:

  1. Glocke
    Bild: Maria mit dem Kinde
    Inschrift: Salve Regina
    Anschlagton: as‘ +3
    Gewicht: 554 kg
  1. Glocke
    Bild: Hl. Joseph
    Inschrift: St. Joseph  ora pro nobis
    Anschlagton: b‘ +6
    Gewicht: 361 kg
  1. Glocke
    Bild: Friedenstaube
    Inschrift: Im Jubiläumsjahr 1950
    Anschlagton: des‘‘ +6
    Gewicht: 209 kg

2016
Der Glockensachverstände der Erzdiözese Freiburg legt 2010 zwei Glocken still. Bei der Prüfung wurde festgestellt, dass an 2 Glockenjoche angesetzter Rost die Sicherheit nicht mehr gewähre. Außerdem soll der Stahlglockenstuhl durch einen Eichenholzglockenstuhl ersetzt werden. Durch das Projekt „Christus eine Stimme geben“ mit einer 4. Glocke, soll der Spendenanteil zur Finanzierung der Maßnahme zusammen kommen. Durch dieses Projekt soll auch der Glaube der Gemeine bezeugt werden – auch für kommende Generationen. Durch die folgende große Spendenbeteiligung und zwei Benefizkonzerte in der Pfarrkirche sowie eines in der Stauferhalle in Bopfingen, konnte die Sanierung des Glockenstuhles und die Anschaffung einer neuen Glocke angegangen werden.

Im außerordentlichen Jubiläumsjahr (Hl. Jahr der Barmherzigkeit) wurde an Pfingstsonntag, den 15. Mai 2016  unsere DOMINICA (dem Herrn geweihte) neue Glocke, feierlich durch Pfarrer Waldemar Wrobel, geweiht.
Von der Glockengießerei Bachert aus Karlsruhe am 4. März gegossen:

  1. Glocke
    Bild: Kreuz (über dem Kreuz „JESUS“, unterm Kreuz „CHRISTUS“
    Inschrift: Selig, die Frieden stiften
    Bild: A Ω
    Inschrift: Selig, die Barmherzigen
    Anschlagton: es‘‘ +6
    Gewicht: 190 kg
[Quelle: Chronik der Pfarrei
 Erarbeitet und zusammengestellt - Peter Neher]
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